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FF Moosbach
hilft Hochwassergeschädigten
Chronologie der
Ereignisse
Donnerstag,
15.08.2002
Kreisbrandinspektor (KBI) Pöllot ruft bei der FF Moosbach an. Da sich der 1.
Kommandant Norbert Nähr im Urlaub befindet ist Frank Kotzur als
stellvertretender Kommandant Ansprechpartner. KBI Pöllot bittet um Hilfe für die
Hochwasseropfer aus Sachsen. Unser LF 16/12 plus 4-5 Personen sollen für 3-4
Tage zur Verfügung stehen. Frank Kotzur sagt die Hilfe der FF Moosbach zu und
hat auch die Kräfte dazu besorgt.
Freitag, 16.08.2002
Der für uns zuständige Kreisbrandmeister (KBM) Thomas Pöllot teilte uns mit,
dass die Abfahrt für den 17.08.2002 ab 7:00 Uhr angesetzt wurde.
Samstag, 17.08.2002
Wir waren ab 7:00 Uhr mit den Kameraden Werner Wolf, Gerhard Kunert, Ralf
Kempa und Frank Kotzur am Feuerwehrhaus abmarschbereit. Es erfolgte jedoch keine
Entscheidung. KBM Thomas Pöllot und stellv. Kommandant Frank Kotzur beschlossen
nach mehreren Telefonaten, die Einsatzbereitschaft um 13:00 Uhr aufzuheben.
Sonntag, 18.08.2002
Um 10:30 Uhr ruft uns erneut KBM Thomas Pöllot an und teilte uns mit, dass
um 12:00 Uhr definitiv Abfahrt in Lauf ist. Frank Kotzur kümmert sich um das
nötige Personal. Es fahren nun mit: 1. Vorstand Gerhard Kunert, ehemaliger
Kommandant Werner Wolf, stellv. Kommandant Frank Kotzur sowie der inzwischen aus dem
Urlaub heimgekehrte 1. Kommandant Norbert Nähr. Es wären auch noch weitere
Kameraden bereit gewesen die Fahrt zur Hilfeleistung anzutreten. Ziel ist Dresden. Ansprechpartner in
Dresden ist, der für die Feuerwehren in Mittelfranken zuständige, Florian
Nürnberg.
Um 17:30 erreichten wir
den Flughafen in Dresden. Hier bringt uns eine Polizeistreife zum
Bereitstellungsraum auf dem schon viele Hilfskräfte warten. Um 19:00 Uhr wurden wir
vom BRK mit Essen und Trinken versorgt. Um 20:00 Uhr erfolgte die Verlegung nach
Pirna zur Hauptwache der FF Pirna. Eine Motorradstreife der Polizei bringt uns
mit Sonderrechten quer durch Dresden nach Pirna. Um 21:00 Uhr erfolgte eine
Lagebesprechung mit der Einsatzleitung. Danach konnten wir unser Quartier im
noch leer stehenden Untergeschoss eines
Ärztehauses beziehen. Hier stellten wir die mitgebrachten Feldbetten zusammen mit den Kameraden aus Lauf, Hersbruck, Velden, Röthenbach/Peg.
und
Burgthann auf.
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Montag,
19.08.2002
Wir wurden gegen 6:30 Uhr geweckt und um 7:00 Uhr gab es Frühstück
in der Wache in Pirna. Gegen 8:00 Uhr fuhren wir zusammen mit der FF Burgthann
in die Nachbarstadt Heidenau um an der dortigen Feuerwache den genauen Einsatzort entgegen zu nehmen. Der 1.
Einsatz ist ein Lebensmittelgeschäft mit Wohnhaus und angebauter Tiefgarage.
Hier steht das Wasser ebenerdig zur Straße. Das im Kellergeschoss befindliche
Fitnesscenter und eine Disco sind komplett unter Wasser. Wir beginnen mit dem
auspumpen des Kellergeschosses. Bei genaueren Erkunden stellten wir fest, dass die
angebaute Tiefgarage direkt mit den Wohngebäude verbunden ist. Hierzu zählen
auch die Kellerräume der Anwohner. Nach Öffnen aller Verbindungstüren, was sich
als schwierig herausstellt weil es keinen Generalschlüssel gab, konnten wir
einen Niveauausgleich herstellen. Zu unserer Unterstützung kommt noch die FF Bortha mit
einer Tragkraftspritze TS 8/8 Fabrikat Rosenbauer. Wir bringen jetzt auch 2
Tauchpumpen zum Einsatz, die in zwei tiefer gelegen Kellerräumen gute Dienste
tun. Wir werden von den Anwohnern mit Essen und Trinken rührend umsorgt.
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Um
14:30 wird diese Einsatzstelle abgebrochen weil der Besitzer eine Fortdauer
unseres Einsatzes ablehnt. Er hat Bedenken um das Gebäude, wegen der Statik.
Diese stellen sich später als nicht begründet heraus. Wir verlassen die
Einsatzstelle und fahren zu einen Altenwohnheim mit 80 Bewohnern. Dieser Komplex
war ca. 3,0 m unter Wasser. Es muss jetzt die Tiefgarage, die sich unter den
gesamten Gebäude ausdehnt, leergepumpt werden. Hier konnte bei der Evakuierung
der Bewohner ein, in der Tiefgarage befindlicher, Aufzug nicht geöffnet werden.
Nachdem noch immer Bewohner vermisst werden, vermutet man diese im Aufzug. Hier
steht das Wasser noch über 2 Meter. An dieser Einsatzstelle befindet sich schon
die FF Burgthann die mit auspumpt. Nachdem das Wasser abgesenkt wurde konnte der
Aufzug geöffnet werden. Darin befanden zum Glück keine Personen mehr. Um 19:30
verlassen wir diese Einsatzstelle und fahren zur Wache Heidenau. Hier reinigen
wir bis 21:30 unsere Schläuche. Nach anschließender Brotzeit fahren wir um 22:30
nach Pirna zurück.
Am Dienstag den
20.08.2002 fahren wir nach dem Frühstück wieder zum Altenwohnheim um unsere
Arbeit wieder aufzunehmen. Die Pumpen laufen bis ca. 10:30 Uhr. Der Wasserstand
ist jetzt für die Heckpumpe zu niedrig. Wir belassen die Tauchpumpe und den
Stromerzeuger an der Einsatzstelle. Nur ca. 50 m weiter ist eine Wohnanlage mit
Tiefgarage auf einer Fläche geschätzt 2000 qm. Hier sind Tiefgarage und Keller
noch immer unter Wasser. Hier bringen wir unser Fahrzeug in Stellung. Um 14:45
stellen wir das Pumpen ein. Der eingetroffene Architekt vermutet Risse im
Gebäude. Nach einer Begehung bekommen wir die Freigabe zur Weiterarbeit. Bis zum
Feierabend um 19:00 Uhr haben wir den Wasserspiegel um ca. 65cm senken können.
Beim Abendessen teilt uns KBI Thiel mit, dass sich der Einsatz verlängern soll.
Man braucht uns vorrausichtlich bis Sonntag. Genaueres folgt noch am Mittwoch.
Mittwoch 21.08.2002
Nach dem Frühstück um 7:00 Uhr auf der Wache in Pirna fahren wir um 8:00 nach
Heidenau zu der Tiefgarage. Der Wasserspiegel ist über Nacht etwas gesunken.
Hier verbringen wir den ganzen Tag bis 17:00. Wir fahren nach Pirna um an einer
Besprechung um 18:00 mit KBI teilzunehmen. Die Kräfte aus Lauf, Hersbruck und
Velden werden abgelöst. Die FF Röthenbach fährt am Mittwoch Abend zurück. Die
Kräfte aus Moosbach und Burgthann haben eine Verlängerung bis Donnerstag Abend
zugesagt, wenn Pumpenleistung noch benötigt wird. Bis jetzt ist noch nichts in
Sicht.
Donnerstag
22.08.2002. Nach dem Frühstück um 7:00 Uhr erfahren wir um 8:00 dass für die
Kräfte aus Burgthann und Moosbach keine weiteren Einsätze vorhanden sind. Wir
räumen unser Quartier und treten um 9:00 Uhr die Heimreise an. Die Ankunft
erfolgt um 15:00 Uhr in Feucht. Hier helfen 3 Kameraden unser Fahrzeug zu
reinigen und die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen.
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Am 23.08.2002 ruft unser
Einsatzleiter aus Heidenau Maik Kaden an um sich zu erkundigen ob wir gut nach
Hause gekommen sind. Am 25.08. erreicht uns ein Mail der FF Heidenau in dem man
sich für unsere Hilfe bedankt.
Die Moosbacher Kameraden
leisteten in diesen 5 Tagen ca. 250 Einsatzstunden ab. Die Heckpumpe des LF 16
konnte in 3 Tagen über 25 Stunden Leistung bringen. Der Stromerzeuger wurde ca.
10 Stunden in Anspruch genommen um Tauchpumpe zu betreiben oder die
Einsatzstelle auszuleuchten. Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit mit den
Kameraden aus der Gemeinde Burgthann, die vom ersten Tag an hervorragend
klappte. In der Bierlaune wurde schon ein gemeinsamer Spezialzug „Tiefgarage“
ins Leben gerufen. Bedanken möchten wir uns auch bei den Kameraden der Feuerwehr
Pirna und Ihren Angehörigen, die uns untergebracht und versorgt haben. Ein
lieber Freund geworden ist uns Kamerad Maik Kaden aus Heidenau. Er kümmerte sich
um uns und besorgte alles was wir benötigten, vom Sprit für den Stromerzeuger
bis zum Kaffe für die Einsatzkräfte.
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Berichte und Bilder:
Feuerwehr Burgthann
Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Bericht:
Norbert Nähr, FF Moosbach
Bilder:
FF Burgthann, FF Moosbach
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